Ich befinde mich in einem Vakuum. Leere Worte prasseln auf mich ein. Jemand nimmt eine Nadel und lässt nun auch den letzen Ballon platzen. Peng. Ein lauter Knall. Ich spüre Hände auf meinen Schultern, doch der Marionettenspieler spielt mir nur einen Streich. Die Fäden wandern langsam wieder nach unten und die Marionettenpuppe liegt nun traurig am Boden und ich bin wieder allein. Und dann sie holt mich ein. Die Angst.

Ich schrecke auf. Sie ist immer da. Manchmal versteckt sie sich hinter Ecken, weil ihr die Dunkelheit besser gefällt. Aber meistens sucht sie sich ein Plätzchen in den hellsten Teilen von mir. Unerwartet ist sie plötzlich da. Wenn ich schlafe, verfolgt sie mich solang bis ihr Albtraum mich aus dem Schlaf reißt. Und dann schrecke ich auf. Sie ist da. Die Angst.

Meine Meinung ist ihr meistens egal, sie spielt solang die selbe Melodie auf mich rauf bis ich nichts anderes mehr denken kann und ihre Melodie und ihr Klang zu meinem eigenen wird. Sie ist da. Die Angst

Sie umschließt meine Sorgen und Fehler. Findet sie gut, will, dass sie bleiben, weil sie mich dann unter Kontrolle hat. Ich will ausbrechen, aber die kahlen Wände engen mich ein.

Aber ganz langsam beginne ich zu begreifen, dass nicht ich die Angst bin. Und dass sie nicht grundsätzlich schlecht ist.

Also wage ich mich zaghaft einen Schritt weiter und versuche auszubrechen. Ein kleiner Schritt vorwärts. Barfuß und ohne Schutz. Und das sind plötzlich keine weißen Wände mehr, sondern ein Garten. Ich laufe durch das Blumenbeet und mir fällt auf, dass jeder Kübel eine andere Emotion widerspiegelt. Da ist Geduld, Liebe, Mut, Neid, Einsamkeit, Zuversicht. Alles hat seine eigene Farbe und Form. Und in der Gesamtheit bilden sie ein wunderschönes Blumenmeer.

Und dann nehme ich die Angst und pflanze sie ein und lasse sie gedeihen, warte darauf, dass aus ihr eine Blüte wächst. Nun hat auch sie ihren eigenen Platz und sie strahlt, wie nie zuvor. Ich blicke noch ein letztes Mal zurück und schenke der Angst ein leises Lächeln.

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