Ich habe vor kurzem einen Film gesehen, der unter anderem von der Bücherverbrennung zur Zeit des zweiten Weltkriegs handelte. Ich kann mir wahrscheinlich nur im Ansatz vorstellen, wie es sich als Autor angefühlt haben muss von seiner eigenen Bücherverbrennung zu erfahren oder gar selbst dabei gewesen zu sein. Mir schaudert es bei diesem Gedanken sehr und ich kann mir absolut nicht vorstellen wie ein Mensch dazu in der Lage sein kann.
Aber umso mehr sollten wir heute wertschätzen, dass wir uns frei entscheiden können was wir lesen wollen und uns keine Grenzen gesetzt sind.
Aber als ich den Film sah, wurde mir deutlich bewusst, wie dankbar und glücklich wir uns schätzen können in einem Land zu leben in dem dies nicht mehr an der Tagesordnung steht. Und uns jegliche Literatur offen steht. Deshalb schätzt Bücher. Schätzt Literatur.

Und in diesem Sinne möchte ich euch ein paar meiner liebsten Bücher vorstellen, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

 Das Rauschen in unseren Köpfen • Svenja Gräfen

Dieses Buch hat es geschafft, dass ich es nicht mehr aus der Hand nehmen wollte. Jede freie Minute habe ich mich dem Roman ‚Das Rauschen in unseren Köpfen‘ gewidmet und bin in die Welt von Lene und Hendrik eingetaucht. Eine Liebesgeschichte, die von Hendriks Vergangenheit bestimmt ist. Lene ist behütet aufgewachsen, während Hendrik mit Schwierigkeiten in seinem Elternhaus zu kämpfen hatte und Zuflucht bei seiner damaligen Freundin gesucht hat. Im Wechsel aus Gegenwart und Vergangenheit lässt Gräfen uns in eine ganz eigene Welt aus Liebe, Leben, Verzweiflung und Schmerz eintauchen.

Diese Geschichte ist kein Klischee. Kein typischer Liebesroman. Sie ist echt und wahrhaftig. Die Szenen kommen einem oft sehr vertraut vor. Und die Sprache ist sehr gefühlvoll, zerbrechlich und vor allem auch poetisch.

Spinner / Vom Ende der Einsamkeit • Benedict Wells

Von Benedict Wells haben sich in dieser kleinen Buchempfehlung gleich zwei seiner Werke eingeschlichen. Ich konnte mich einfach nicht für eins der beiden entscheiden, weil ich beide wahnsinnig gut finde. Aber beginnen wir mit ‚Spinner‘.

Eine Woche durch Berlin mit Jesper Lier. Seinen Problemen und der Zerrissenheit, Ängsten, Wünschen, Träumen und der Einsamkeit. Nach dem Abitur ist Jesper nach Berlin gezogen um seinen Roman zu schreiben. Und so beginnt ein siebentägiges Abenteuer durch das chaotische Berlin, der Selbstfindung und dem Leben von Jesper. Und auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden und all‘ seine Facetten.

Für mich muss ein Buch vor allem eines, Gefühle vermitteln. Und das hat Benedict Wells Roman allemal geschafft. Ob Verzweiflung, Angst oder gar Witz, ich konnte mich mit seinen Worten sehr gut identifizieren und die Emotionen nachempfinden. Eine absolute Leseempfehlung meinerseits!

Spinner war das erste Buch, welches ich von Wells gelesen habe und weil dieser Roman es mir so angetan hat, möchte ich auch noch eine Empfehlung für ‚Vom Ende der Einsamkeit‘ aussprechen. Ich fand es etwas schwierig in die Geschichte reinzukommen, aber nach ein paar Kapiteln hat mich das Buch absolut gefesselt und es ist wohl eins der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich möchte auch gar nicht so viel von der Handlung erzählen, schaut einfach Mal rein, wenn euch das Buch zwischen die Hände kommt.

Morgen ist es vorbei • Kathrin Weßling

Ich muss gestehen, dass ich mich mit Kurzgeschichten bzw. Stories lange Zeit nicht beschäftigt habe, aber spätestens seit ‚Morgen ist es vorbei‘ sieht das ganz anders aus und ich bin ein absoluter Freund von Kurzgeschichten geworden.

Ich glaube jeder, der schon einmal Liebeskummer hatte wird sich in einer der Stories wiederfinden. Mir hat es damals sehr geholfen es zu lesen und zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die so empfindet, sondern es auch noch andere Menschen gibt, mit genau den gleichen Gedanken und Gefühlen. Denn sowas vergisst man ja doch oft in so einer Situation.

Ich finde sie bringt die Gefühle von Schmerz, Wut, Trauer sehr gut zum Ausdruck und man kann nicht anders als sich selbst in der ein oder anderen Situation zu entdecken. Und auch wenn das Buch sehr emotional, traurig und auch aufwühlend ist, musste ich doch an manchen Stellen schmunzeln.

Ich hoffe auf weitere Empfehlungen von euch. Schreibt mir doch gerne eure liebsten Bücher, Zitate in die Kommentare! 

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