Ich wanderte auf Steinen, in den Bergen, immer den selben Pfad entlang. Vorbei an hohen Wiesen, Ziegen und Mohnblumen, die am Wegesrand ihre Blüten zeigten.

Nach einiger Zeit wollte ich andere Eindrücke gewinnen und ich verließ den Pfad und lief über unebenmäßige, hohe Felsen. Es wurde Nacht und ich wusste nicht wo ich bin. Kälte und Unsicherheit machte sich über mich breit. Ich hatte mich verlaufen und war orientierungslos.

Bis ich dich sah, auf den Steinen sitzend, eine Kamera in der Hand, ein Taschenmesser und Kreide neben dir. Du wolltest den Sternenhimmel fotografieren. Ich überlegte nicht lange und setzte mich neben dich. Aber du warst immer noch damit beschäftigt die Sterne einzufangen.

Bis du dich plötzlich, ganz unerwartet zu mir umgedreht hast, mit deiner Kamera in der Hand und auf den Auslöser gedrückt hast. Auf deinen Lippen machte sich ein Lächeln breit als du dir das Bild angeschaut hast und dein Mund formte das Wort Edelstein. Ich wusste nicht, was du mir damit sagen wolltest und fing an zu grinsen.

Bevor du mich kanntest, sammeltest du Steine, große und kleine, Kieselsteine, Salzsteine. Du nahmst welche aus deiner Jackentasche und zeigtest sie mir voller Begeisterung. Dann sahst du mich verschmitzt und wandtest dich an mich mit den Worten: “ Einen Edelstein hatte ich bisher noch nicht gefunden.“

Du fragtest mich nach meinem Namen und nahmst das Stück Kreide in die Hand und schriebst unsere Namen groß auf die Felsen, sodass sie niemand übersehen konnte.

Dann nahmst du mich an die Hand und wir wanderten zu zweit die Berge hinab bis wir auf den Pflastersteinen ankamen. Wir hielten uns fest, aber das Bild wolltest du mir trotz meiner Neugierde nicht zeigen. Bis heute.

 

OUTFIT DETAILS
Body: Hunkemöller | ähnlich

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