Schon das zehnte Jahr erleuchten Berlins Wahrzeichen im Glanz der Künstler des Festival of Lights. Es ist eines der größten Lichterfeste, die es gibt. Doch nicht nur Wahrzeichen leuchten in dieser Nacht. Auf kleinen Inseln im geteerten Meer strahlen menschliche Silhouetten, tierische Gestalten und abstrakte Kunst. Zuletzt erzählen die Lichter als Krönung des Fests die Geschichte Deutschlands auf der größten Kinoleinwand Berlins.

Light Figures

Ebenso beeindruckend, wenn auch auf eine ganz andere Weise, leuchtete dort auch eine filigrane Skulptur aus Metallstäben. Groß und standfest verschmilzt das eiserne Kunstwerk mit der modernen Umgebung. Dennoch lässt es die Fontäne in einem ganz neuen Licht dastehen. Die harten Linien der Metallstäbe sollen wie berstende Materie den kreisförmigen Platz sprengen. Dadurch verleiht IMPACT dem Ernst-Reuter-Platz durch seinen Stilbruch einen ganz neuen Look.

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“FIN SIN FIN” versuchte etwas abseits in einem kleineren Springbrunnen seine Botschaft zu überbringen. Das niemals endende Kunstwerk besteht aus steckbaren Alukreisen und spricht durch die vielen Steckverbindungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen an. Schließlich wird das Ganze durch die mehrfach überarbeiteten Ausschnitte des Abendmahls von Leonardo DaVinci noch einmal unterstrichen.

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Die größte Leinwand Berlins

Aus dem Bahnhof heraus, sprang gleich die nächste Attraktion ins Auge. Mehrere funkelnde menschliche Silhouetten lenkten die Aufmerksamkeit auf sich. Dadurch, dass sie versetzt und einzeln in sich gekehrt dastehen, spiegeln sie die Anomymität der Großstadt Berlin sehr gut wider. Würden sie nicht leuchten, würde sie schließlich auch keiner wahrnehmen.

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Ein paar Meter weiter am Leipziger Platz war die Mall of Berlin in die größte Leinwand Berlins verwandelt worden. Historische Lichterfilme der deutschen Geschichte erleuchteten den Platz und erzählten den Zuschauern die Entwicklung Deutschlands. Der Leipziger Platz wurde dafür nicht grundlos ausgesucht. Immerhin hat kein anderer Platz in Deutschland einen so enormen Wandel mitgemacht wie dieser.

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Brandenburger Tor

Das berühmte Brandenburger Tor war heute noch besser besucht als sonst. Dort wurde von verschiedenen Künstlern mehrere kleine Kurzlichterfilme auf das Brandenburger Tor projiziert. In einem Film wurde die Geschichte vom Leipziger Platz gleich wieder aufgenommen. Ein Bericht über die Trennung und den Mauerfall in Berlin wurde in einer interessanten Mischung aus Schattentheater und Film erzählt. Aber nicht nur die Geschichte wurde heute Abend erzählt. Genauso wurden kurze Streifen mit abstrakten Mustern gezeigt. Diese tanzten über das Tor, wie viele Menschen in Berliner Clubs zu elektronischer Musik.

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Wer das “Festival of Lights” noch genießen will, hat dieses Wochenende noch die Zeit dazu. Ab Montag verabschieden sich die Lichter wieder von den Wahrzeichen Berlins.