Girls

Die Begrüßung bleibt aus. Kalte Blicke folgen. Unsicherheit macht sich über mich breit.

Die Arroganz ist ihnen in’s Gesicht geschrieben. Sie stehen ach so lässig in der Ecke und merken gar nicht, dass sie alle gleich aussehen. Intellektuell, cool und individuell. So meint man, aber der erste Blick landet bei den anderen, immer erst abchecken. Aber diesmal passt du leider nicht in unsere Gruppe. 

Lautes Kichern dröhnt aus der Menge. „Kennst du den? Der sieht so gut aus!“

Lippenstift nachziehen, Crop Top richten, schauen ob der Chocker noch eng genug um den Hals sitzt.

Es widert mich an. Ich will gehen. In der Menge aus Oberflächlichkeit und Arroganz fühle ich mich verloren. Denn ich möchte mich dem nicht anpassen. Ich bin so nicht, war so nie und werde so nie sein.

Jemand stellt die Musik lauter. Nun begeben sie sich auf die Tanzfläche. Es ist eng und stickig. Subtil versuchen sie sich in den Mittelpunkt zu stellen. Sie tanzen alle zusammen, aber doch jeder für sich. Der Kampf ist eröffnet. Wer kommt am besten an?

Eine ist hübscher als die andere. So meint man. Aber hinter die Fassade blickt niemand. Sie zeigen sich alle von ihrer besten Seite. Die Frisur sitzt selbst beim Tanzen noch. Währenddessen ich schon den halben Tag mit zerzausten Haaren herumlaufe.

Ich möchte hier raus und rufen: „Seid ihr gerne so wie ihr seid?“ Belasse es aber beim ersteren. Denn mir fehlt der Mut und ich musste schon genug skeptische und feindliche Blicke über mich ergehen lassen.

Ich stelle den billigen Alkohol auf einem Tisch ab und laufe zur Haustür. Ich öffne sie und spüre die Blicke im Rücken.

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    Danke für deinen Kommentar. Liebe Grüße Isabelle und Simeon.