Manchmal frage ich mich ob etwas falsch mit mir ist. Ich fühle mich nicht sonderlich wohl in der Umgebung von vielen Menschen. Denn ich schaue lieber zu und beobachte die Situation erst einmal von Außen. Ich versuche einzuschätzen welche Personen mich da umgeben, wie ich empfangen werde, ob man mir Aufmerksamkeit schenkt.

Ich bin nicht mehr so aufgeregt wie ich es einst war. Ich komme damit klar und hab sogar die beste Unterstützung an meiner Seite. Ich bin mir ganz sicher, dass ich es diesmal schaffe. Ich muss mich nicht fürchten.

Und ich werde jedes Mal wieder überrascht. Vielleicht ist überrascht an dieser Stelle das falsche Wort. Nennen wir es enttäuscht. Enttäuscht von mir. Und enttäuscht von der Menschheit. Denn wie schon so oft, werde ich empfangen von Arroganz und Desinteresse. Und in mir machen sich Selbstzweifel breit. Liegt es an mir, dass ich mich nicht in die neue Umgebung integrieren kann? Inwieweit beeinflusst mich das Umfeld, wie ich handle und reagiere? 

Flashback. Es fühlt sich sehr vertraut an. Und nicht auf eine angenehme Art und Weise. Sondern eher wie ein Stich, der sich langsam durch den ganzen Körper zieht.
Man soll sich unangenehmen Situationen stellen, so sagt man. Und ich harre aus. Allerdings eher aus Höflichkeit und Respekt. Es fällt mir unglaublich schwer. Ich bemerke wie mein Körper plötzlich reagiert. Ich fange an zu zittern, kann mich nicht mehr richtig konzentrieren und möchte am liebsten nur aufstehen und den Raum verlassen, aber etwas hemmt mich. Es fühlt sich so an als würde ich an dem Stuhl festkleben. Und so rühre ich mich nicht. Warte darauf, dass die Zeit verstreicht. Aber jeder Blick auf die Uhr lässt mich zitternd zurück. Denn die Zeit zieht sich wie zäher Gummi.

Und die Zweifel, sie werden immer größer. Wann hat das eigentlich damit angefangen? Hört das auch wieder auf?
Ich glaube ich muss mich ihnen abwenden. Einmal umdrehen und fertig. Wenn es doch so einfach wäre. Denn ich bin mir sicher, mit dem Rücken zu den Zweifeln hält es sich besser aus.

Wieder in gewohnter Umgebung. Ich spüre die Matratze unter mir. Und ich schaue aus dem selben Fenster, aus dem ich auch heute morgen geschaut habe. Auch der Pullover, den ich heute morgen im Stress auf den Boden geschmissen habe, liegt noch an derselben Stelle. Doch in mir ist das Chaos ausgebrochen. Ich weiß nicht, wo ich mit meinen Gefühlen hinsoll. Ich fühle mich einsam. Was ist, wenn das nie aufhört?
Doch plötzlich fühle ich neben mir eine Hand, die über meinen Rücken streicht. Und ich merke wieder, dass ich nicht alleine bin. Auch wenn es sich in diesem Augenblick so anfühlt.

OUTFIT DETAILS
Pullover: Brandy Melville | ähnlich
Kette: Brandy Melville

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