Neonlichter. Ich halte mir meine Hand vor die Augen. Es ist plötzlich ganz hell. Die Lichter leuchten grell. Grün, lila, blau. Immer in der selben Reihenfolge. Laute Musik ertönt und ich fühle mich verloren zwischen all diesen tanzenden, trinkenden Menschen.

Diesmal greife ich nicht zum Glas. Ich schaue dem Treiben zu. Wie der Junge hinter der Bar sich betrinkt. Und wie die Mädchen sich um ihn scharen. Selbstbewusst und laut drängen sie sich in den Vordergrund. Alle wollen sie gewinnen. Ich verlasse die Party.

Ich laufe durch die dunklen, leeren Straßen. An manchen Fenstern hängen noch Weihnachtssterne und die Lichterketten flimmern hektisch in allen Farben. In roter Neonschrift leuchtet das Schild ‘Café 76’. Ich frage mich, wer für die Namensgebung verantwortlich war und warum ein Accent auf dem ‘e’ ist. Nur schöne Dinge sollten mit Accents versehen werden. Cinéma, théâtre, adoré.

Es ist schon Neujahr, 5 Uhr morgens. Es geht nur noch ab und zu ein Knaller in die Luft. Überall liegen die Reste der Raketen auf den Straßen. Bald wird es hell, aber die Stadt bleibt leer und trostlos.

Ich merke, dass ich am ‘Café 76’ stehen geblieben bin. Ich denke an dich, immer noch, immer mal wieder. Wie wir uns in der Kälte begegnen und ins Warme flüchten. Hand in Hand einschlafen, weil uns die Müdigkeit überkommt. Und am morgen danach ist alles trist. Die Wolken stehen am Himmel und der Regen plätschert gegen das Fenster. Es ist hell. Eine Träne rollt über meine Wange. Die Neonlichter sind erloschen.

Ich schweife wieder ab. Und dann, dann denke ich an dich. Wie wir uns innig umarmen, wie du mich zum Abschied küsst. Du bist da. Und wir laufen, dick eingepackt, Hand in Hand der Morgensonne entgegen. Ich fang an zu lächeln. Die Neonlichter sind erloschen.

HAPPY NEW YEAR! 🍾

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