Neues Jahr. Ich laufe durch das stille Berlin. Ein leichter Nebel macht sich über der Stadt breit. Man sieht noch die leichten Umrisse des Mondes, obwohl es schon Tag ist. Auf den Autos und einigen Straßen liegt noch der Tau vom Vortag. Die Kälte bahnt sich einen Weg durch den gesamten Körper, von den Finger- bis zu den Fußspitzen. Es ist eisig und ich ziehe meinen Mantel enger zusammen. Ich laufe ziellos durch die Stadt, komme an Orten vorbei, die ich kenne und an Plätzen, denen ich meist weniger Beachtung schenke. Manchmal streift mich ein Blick, aber die Stadt bleibt anonym.

Neujahr. Die Stadt bleibt gleich, die Straßen bleiben gleich, die Gebäude bleiben an Ort und Stelle. Manche Gesichter verschwinden von der Bildfläche, einige neue mischen sich unter die anonyme Masse der Berliner Großstadt. Die Stadt ist im ständigen Wandel und doch kollektiert man Tag für Tag Erinnerungen, deren Plätze, Straßen und Gassen sich nicht verändern. Ich laufe hastig an der Bar vorbei an der wir uns das erste Mal trafen. Ich eile durch das Shoppingcenter, in dem ich dir dein Weihnachtsgeschenk gekauft habe. Ich schlendere durch den Park, in dem wir uns zum Abschied küssten.

Ich atme einmal tief durch. Man kann den Atem sehen. Ich schaue hinab auf die Spree und erahne meine Umrisse. Das Wasser ist still und ruhig. Ich blicke in die Ferne und stelle fest, dass das Leben seinen Lauf nimmt. Die Ubahn rasselt im fünf Minuten Takt an mir vorbei. Die Ringbahn fährt täglich im Kreis. Die Clubs der Stadt sind auch noch um 5 Uhr morgens gut besucht. Die Sonne geht Tag für Tag auf und die Nacht legt sich immer wieder über die Stadt. Alles bleibt wie immer. Nur die Zahl verändert sich täglich. Und Berlin bleibt anonym.

Berliner Neujahrslook

**OUTFIT DETAILS
**Mantel: Zalando
Mütze: H&M | ähnlich
Handschuhe: H&M | ähnlich