Oh Berlin, ich werfe mich in deine Nächte. Sie sind dunkel und meist grauer als all die verregneten Tage zusammengezählt. Und dann begegne ich ihnen und merke, wie sie sich an mich heranschleichen.

Denn auch in der Dunkelheit huschen die Schatten an mir vorbei. Meistens sind sie schneller weg, als ich sie sehen kann. Dann spüre ich nur einen leisen Windschlag, der mein Kleid für wenige Sekunden flattern lässt.

Aber manchmal halten sie an und tanzen mit mir in der Nacht. In kleinen Gassen und auf belebten Bahnsteigen. Bei Frost und Hitze.

Die meisten Schatten stellen sich nicht vor, sie bleiben anonym. Sie haben sich der Zukunft entrissen und geistern nun durch Gegenwart. Ohne Ziel machen sie sich breit, verweilen und verschwinden wieder.

Und manchmal jage ich den Schatten hinterher, aber sie sind nur die leere Hülle der Vergangenheit. Ich kann sie nicht einholen, denn sie sind zu schnell und stehen mit einem Fuß in der Welt der vergangenen Tagen.

Lediglich die Erinnerungen lassen sie manchmal erwachen und dann wollen sie zurück in die Gegenwart und mir einen Streich spielen. Manchmal sind sie so real, dass selbst ich zweimal hinschauen muss.

Und dann versuche ich die Schatten bunt zu färben, aber die Kreide zerbröckelt mir meist schon beim ersten Strich und übrig bleibt nur die am Boden liegende Kreide, die von den Schatten grau eingefärbt wurde.

Und dann fordern sie mich wieder auf. Ein letztes Mal jage ich den Schatten hinterher. Aber sie sind nur die leere Hülle der Vergangenheit.

OUTFIT DETAILS
Oberteil: Urban Outfitters 
Rock: Topshop

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