Der Staub kriecht an den Wänden hoch. Millimeter für Millimeter. Der Teller ist seit gestern verschwunden. Ich kann mich nicht daran erinnern ihn weggebracht zu haben. Die Musik klingt aus den Lautsprechern. Ich kann jede einzelne Zeile mitsingen. 

Der Staub liegt millimeterhoch. Ich warte darauf, dass er weniger wird. Die Küchenfliesen sind kalt. Ich fange an sie zu zählen. Es kommt jedes Mal eine andere Zahl heraus. Nach dem dritten Versuch gebe ich auf. Die Fliesen sind immer noch kalt. Ich schließe das Fenster nicht. Mir ist kalt.

Ich mache den Ofen an, aber er wird nicht warm. Wo war noch gleich die Fertigpizza? 

Der Staub kriecht an den Wänden hoch. Zentimeter für Zentimeter. Hinter der Badezimmertür sitzt eine Spinne. Ein einzelnes Haar liegt auf dem Boden, es formt ein Und-Zeichen. Und. Und nun?

Auf dem Balkon sind noch die Blumen vom letzten Jahr in den Kübeln. Trostlos und vertrocknet hängen sie herunter. Vielleicht sollte ich sie gießen bevor der nächste Winter einbricht. Der Lavendel blüht schon lange nicht mehr. Eine graue Pflanze schmückt nun meinen Tontopf.

Ich habe die Bettdecke schon viel zu lange nicht mehr ausgeschüttelt. Ich weiß nicht mehr wo Anfang und Ende ist. Vielleicht ist das auch egal.

Ich liege noch immer auf dem Küchenboden. Ich sollte zurück auf die Couch. Dort läuft noch das Fernsehprogramm. Die neueste Romcom von Matthias Schweighöfer. Aber eigentlich habe ich ja zu tun. Doch der Boden ist so bequem und ein Perspektivwechsel tut mir gut. Ich habe die Decke noch nie von diesem Punkt aus gesehen. Ein schwarzer Punkt an der Decke nimmt meine Aufmerksamkeit in Anspruch. Wie der wohl da hingekommen ist?

Morgen werde ich weiße Farbe kaufen und drüber malen. Ganz bestimmt. Aber bis dahin bleibe ich hier liegen. Und warte darauf bis der Staub die Decke erreicht. Denn er kriecht an den Wänden hoch. Meter für Meter.

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