Draußen zwitschern zum ersten Mal seit langer Zeit die Vögel. Die Sonne wirft sanft ihre Strahlen auf meine Haut. Ich wende mich zur Seite, ziehe die Decke nochmal über mich und döse für eine kurze Zeit weg.

Das Rot meiner inneren Augenlieder wandelt sich langsam in ein Bild von dir. Wir haben es wieder nicht geschafft, die Distanz trennt uns auch heute. Die ganze Stadt trieft vor Romantik und uns trennen über 600km. Auch wenn du nicht die Romantikerin bist, mich schmerzt diese räumliche Trennung sehr. Ich wünsche mir oft an einem Tag wie diesem die Tür zu unserem Apartment aufzuschließen, einer Spur aus Kleidern zu folgen und dich wartend vorzufinden. So wie ich jeden Tag darauf warte dich wieder zu sehen. Dich in meine Arme zu schließen. Deinen warmen Atem an meiner Wange zu spüren kurz bevor deine Lippen einen zarten Lippenstiftabdruck hinterlassen.

Rosenbad

Grenzenlos

Das Schöne an Träumen ist die Grenzenlosigkeit und so überwältigen meine Gedanken die Distanz in wenigen Atemzügen und ich stehe vor dem Haus in dem du die Zeit während meiner Reisen verbringst. Ich öffne die Tür und stürze die Treppe hinauf. Immer zwei Stufen mit einem Schritt. Heute werde ich nicht alleine sein. Ich werde die Zeit mit dir verbringen, auch wenn der Tag für dich nicht so eine Bedeutung hat wie für mich. Endlich oben angekommen, stecke ich meinen Schlüssel in das Schloss und mit einem leisen Klicken springt die Tür auf.

Ich betrete unsere Wohnung und der Duft von Rosen erfüllt meine Sinne. Ich folge dem Duft ins Bad. Kerzen und Rosen zieren die Fliesen rund um die Badewanne. Unter all dem Schaum der dich bedeckt, ist deine Brust die sich bei jedem Atemzug hebt und senkt nur zu erahnen. Du siehst so friedlich aus wie du mit geschlossenen Augen das warme Bad genießt. Ich lasse meine Kleider auf den Boden fallen und komme dir näher. Du öffnest die Augen und dein Lächeln signalisiert mir, wie sehr du dich über meine Anwesenheit freust. Bevor ich zu dir in die Wanne steige, liegt mir noch noch eine einzige Frage auf der Zunge: “Would you be my Valentine?”

Rosenbad romatisch

Zurück in der Realität

Das Klingeln meines Weckers reißt mich zurück in die Realität. Der Traum ist leider vorbei, doch die Sonne scheint noch immer. Wenigstens etwas über das man sich freuen kann. Ich hole mein Hemd und meinen Anzug aus dem Schrank des viel zu engen Hotelzimmers. In 40 Minuten muss ich bei meinem Meeting sein, doch wäre ich viel lieber zurück in meinem Traum. Ich ziehe meinen Krawattenknoten zurecht und schnüre meine Schuhe. Die Zimmertür fällt hinter mir ins Schloss und mein Handy vibriert in meiner rechten Brusttasche.

Genervt hole ich es heraus und frage mich wer mich jetzt noch nerven muss kurz vor meinem Termin. Dein lächelndes Foto blickt mich von meinem Handy aus an und deine Nachricht zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht: “Die Antwort ist Ja. Viel Glück bei deinem Meeting und einen schönen Valentinstag, XOXO.”

Valentine Girl in bathtube