„Deine Tochter zeigt sich aber ganz schön freizügig im Netz.“

Isabelle:

Mit solchen oder so ähnlichen Aussagen wurde ich in irgendeiner Weise konfrontiert. Und ich möchte mich dafür nicht länger erklären müssen. Ich finde, es ist an der Zeit alte Denkweisen über Bord zu werfen und mehr Verständnis aufzubringen.

Sie verstehen keine Kunst. Ich weiß, die These ist gewagt. Aber oft habe ich den Eindruck, dass Kunst nicht verstanden wird. Es geht mir nicht darum mich möglichst unbekleidet im Internet zu zeigen. Ich möchte mit der Fotografie und den Texten Emotionen zeigen. Allerdings stört es mich, was die Gesellschaft daraus macht, denn Haut ist auch nicht viel mehr als die Hülle des Körpers.

Für mich geht es darum Kunst zu erschaffen und einen Mehrwert zu bieten. Ich möchte nicht immer nur die gleichen Outfitspost veröffentlichen, die jeder schon einmal irgendwo gesehen hat, so sehr ich Mode auch liebe. Ich möchte Vielfalt. Und Menschen mit dem was ich mache berühren, inspirieren, zum Nachdenken anregen. Und ich denke den Weg der Kunst zu gehen ist dafür ein guter Weg.

Kunst kann so vieles sein. Sonnenlicht, welches durch das Herbstlaub scheint. Bleistiftlinien eines Kindes.
Und Kunst muss nicht immer schön sein, Kunst kann auch provozieren, weicht ab von jeglichen Normen, ist speziell, besonders, aber auch vor allem einzigartig.

Simeon:

In den meisten Fällen schreibe ich nicht besonders viel. Ich bin eher hinter der Kulisse, kümmere mich um die Fotografie, das Hosting, Updates des Blogs und die Bildbearbeitung. Aber auch ich werde mit ähnlichen Meinungen konfrontiert und das hat mich dazu veranlasst wieder einmal meine Gedanken an euch weiterzugeben.

„In Unterwäsche möchte ich meine Freundin aber nicht im Internet sehen.“

Als ich diese Worte hörte, war ich verblüfft und etwas schockiert. Es erstaunt mich, dass er die Auffassung unterstützt, dass es sich für eine Frau nicht gehöre sich so zu zeigen. Was mich aber viel mehr überraschte, war die Tatsache, dass er glaubt, dass er als Freund entscheiden kann wie sich seine Freundin darstellt.

Als Fotograf habe ich natürlich einen Einfluss darauf wie die Bilder meine Freundin nachher darstellen, aber die Planung der Bilder, die Art und Weise wie ein Post und die Bilder dazu aussehen, ist nicht meine Aufgabe. Die Auswahl der Location, die Auswahl der Bekleidung und den Stil, den die Bilder haben sollen – Das sind alles Entscheidungen von Isabelle. Auch nach dem Shooting ist sie es, die die Bilder sichtet und entscheidet, welche Bilder gut sind und welche nicht. Meine Arbeit ist es, sie im besten Licht darzustellen, aber alles andere macht sie.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas in der Art zu hören bekommen habe. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, dass Frauen, die ihren Körper zeigen nach wie vor dafür negativ bewertet werden. Dass diese Tatsache überhaupt bewertet werden muss.

Ich erhoffe mir einfach, dass dieses leidige Thema in der Gesellschaft verschwindet und hier ein Umdenken stattfindet. Es ist an der Zeit, dass nicht länger an den alten Ansichten festgehalten wird, die dafür sorgen das weibliche Brustwarzen bei Instagram retuschiert werden müssen, obwohl wir Männer selbst auch welche haben. Ich denke, dass die meisten die diesen Blog lesen nicht an diesen alten Mustern hängen. Viele von euch werden aber vermutlich in ihrer Umgebung auch damit konfrontiert oder kommen zumindest damit in Berührung.

Es ist wichtig, dass wir, die bereits umgedacht haben das zeigen in dem wir Kunst frei ausleben. Wie wir das möchten, wie jeder Einzelne das möchte und damit zeigen, dass Kunst keine Diskriminierung kennt.

Haare und Make Up von Ellen Grabandt (oder auch auf Instagram). Und natürlich ganz ganz lieben Dank an dich für’s modeln! 🙂

* Die Unterwäsche wurde uns freundlicherweise von Oysho zur Verfügung gestellt.
* Die Location wurde uns von 25hours Hotel Bikini Berlin gestellt. Vielen Dank dafür!

OUTFIT DETAILS
Body mit Silberbordüre
Body mit überkreuztem Design
BH Bordeaux
Slip Bordeaux
Samt BH
Samt Slip

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